Die PIS Transfergesellschaft erhielt am 21.12.2020 erneut die Zertifizierung als zugelassener Träger nach dem Recht der Arbeitsförderung.



Das Land bekommt sein Geld zurück

Am Ende hat die Förderung der Transfergesellschaft für Beschäftigte der Beckinger Schraubenfabrik das Land nichts gekostet. Mehr als zwei Jahre nach der Insolvenz soll der Betrag vollständig zurückfließen.

Ein überraschendes Ende einer dramatischen Pleite. Das Saarland bekommt aus der Insolvenzmasse Geld zurück – die gesamten 835 000 Euro, die in die Transfergesellschaft für Beschäftigte der Beckinger Schraubenfabrik geflossen waren. “Der Insolvenzverwalter Biner Bähr hat uns erklärt, den Betrag voraussichtlich noch im Frühjahr an das Land zurückerstatten zu können”, sagt Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD).
Die Auffanggesellschaft war vor knapp zwei Jahren gegründet worden, um Mitarbeiter des insolventen Standorts vor der Arbeitslosigkeit zu bewahren, sie weiter zu qualifizieren und in neue Jobs zu vermitteln. Das Drama der Ära Whitesell in Beckingen drohte damals in einer Tragödie zu enden. Das US-Unternehmen hatte die frühere Ruia-Schrauben-Gruppe mit vier Werken in Deutschland aus der Insolvenz übernommen, innerhalb eines Jahres finanziell ausgesaugt und in den Ruin geführt. Im Januar 2015 meldete Whitesell für die deutschen Betriebe Insolvenz an.
Lange war ungewiss, ob die Beckinger Schraubenfabrik und die mehr als 300 Mitarbeiter überhaupt eine Zukunft haben würden. Dass nicht alle ihren Job behalten könnten, war klar. Betriebsrat und Gewerkschaft IG Metall forderten deshalb die Einrichtung einer Auffanggesellschaft. Das Land zog nach einigem Hin und Her mit. Parallel lief der Kampf um den Erhalt des Beckinger Werks weiter. Im Oktober 2015 übernahm schließlich der niederländische Nedschroef-Konzern, der auch in Saarlouis-Fraulautern ein Werk hat, den saarländischen Standort mit noch 145 Mitarbeitern – und auch das Werk in Schrozberg (Baden-Württemberg).

(Quelle: saarbrücker Zeitung)

Neue Jobs für Ex-Whitesell-Mitarbeiter

Die Transfergesellschaft, die vor einem Jahr für entlassene Beschäftigte der damals insolventen Beckinger Schraubenfabrik gegründet wurde, hat für fast alle Betroffenen eine Lösung finden können.

“91 Prozent der Personen konnten wir eine neue Perspektive geben”, zog Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD ) gestern Bilanz. Die bundesweite Quote in Transfergesellschaften liege bei etwa 50 Prozent, sagte Theo Bilsdorfer, Geschäftsführer der Gesellschaft für Personalmanagement im Strukturwandel (PiS), die das Projekt betreute. Ende Februar war die Transfer-Maßnahme ausgelaufen.

98 Mitarbeiter des früheren Standorts des als Heuschrecke geltenden US-Unternehmens Whitesell waren in die Transfergesellschaft eingetreten. 72 davon sind in neue Jobs vermittelt worden, drei absolvieren eine Weiterbildung, 14 gehen unmittelbar auf die Rente zu. Damit sind 89 Betroffene versorgt (91 Prozent), neun suchen noch eine Stelle. Diese Zahlen gehen aus dem Abschlussbericht der PiS hervor. Allein “in sieben Firmen wurden 49 Mitarbeiter – also die Hälfte aller Betroffenen – vermittelt”. Bemerkenswert sei, dass auch 22 Ältere über 50 Jahre wieder in Lohn und Brot gebracht werden konnten, sagte Bilsdorfer. Die Ergebnisse in Beckingen hätten im Oktober auch an den früheren Whitesell-Standorten Neuwied (Rheinland-Pfalz) und Schrozberg (Baden-Württemberg) zu Transferlösungen geführt. Die Erfolgsquote der PiS liege dort bislang bei 60 Prozent.

(Quelle: saarbrücker Zeitung)

VLEXX BILDET ELF EHEMALIGE MITARBEITER DER SAARLÄNDISCHEN STAHLINDUSTRIE ZU TRIEBFAHRZEUGFÜHRERN AUS

Sie drücken wieder die Schulbank: vlexx bildet elf ehemalige Mitarbeiter der Stahlindustrie zu Triebfahrzeugführern aus. Eine Kooperation zwischen der saarländischen Transfergesellschaft PiS GmbH und dem Mainzer Eisenbahnverkehrsunternehmen ermöglichte den Teilnehmern den Einstieg in die neunmonatige Qualifizierung, die erfolgreich läuft.

„Auch im Saarland können wir als mittelständischer Arbeitgeber zukunftssichere Arbeitsplätze bieten und können mit der Kooperation elf motivierten Fachkräften einen krisensicheren Job verschaffen“, vlexx-Geschäftsführer Frank Höhler. vlexx ist trotz der Corona-Krise ein wachsender Betrieb und stellt weiterhin in allen Bereichen ein. Mit Blick auf den bundesweiten Mangel an Triebfahrzeugführern werden die zukünftigen Triebfahrzeugführer den Personalstamm aufstocken. Der Kurs endet voraussichtlich Ende Februar 2021. Geplant ist, die dann fertig ausgebildeten Triebfahrzeugführer im Saarland einzusetzen.

Nachdem die beiden großen saarländischen Stahlunternehmen Anfang des Jahres Stellen abbauten, kam vlexx mit der Transfergesellschaft PiS GmbH ins Gespräch. Daraus entstand die Kooperation mit Unterstützung des Saarlandes, über die Transfergesellschaft – an deren Gründung auch die Stahlunternehmen beteiligt waren – interessierte Beschäftigte von Saarstahl und Dillinger, deren Arbeitsverträge nicht verlängert wurden, in einen Qualifikationskurs zu Triebfahrzeugführer zu vermitteln. „Die Qualifizierung ist eine gute Chance für die ehemaligen Stahlbeschäftigten“, sagt Theo Bilsdorfer, Geschäftsführer der PiS GmbH. Das auf Personalvermittlung spezialisierte Unternehmen organsierte gemeinsam mit vlexx mehrere Termine für Bewerbungsgespräche, in denen sich die potenziellen Kandidaten vorstellen und sich über ihre beruflichen Zukunftsaussichten bei vlexx informieren konnten. „Die Kandidaten sind gut ausgebildete Fachkräfte, die sich mit Sicherheit gut in ihren neuen Job einfinden werden“, so Bilsdorfer. Bei elf Teilnehmern kam es dann zum Abschluss eines Weiterbildungsvertrages.

vlexx bildet kontinuierlich aus

Bereits seit 2013 bildet vlexx jährlich mehrmals Triebfahrzeugführer in Quereinsteiger-Qualifizierungen aus, um so dem Fachkräftemangel in der Branche entgegenzuwirken. Aktuell absolvieren 61 Teilnehmer in vier Kursen die neunmonatige Qualifizierung zum Triebfahrzeugführer. Der nächste Qualifizierungskurs startet im Oktober und ist bereits voll belegt. Die Qualifizierung zum Triebfahrzeugführer dauert neun Monate, dabei ist die Ausbildung anspruchsvoll: Die Durchfallquote liegt durchschnittlich bei 30 Prozent. Bevor die Anwärter in ihrem neuen Beruf eingesetzt werden können, legen sie eine Abschlussprüfung ab und durchlaufen eine psychologische und medizinische Tauglichkeitsprüfung. vlexx bietet den neuen Triebfahrzeugführern nach bestandener Prüfung einen unbefristeten Arbeitsvertrag mit branchenüblichen Konditionen an.

(Quelle: vlexx.de)